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Biohaltung von Rindern

Glückliche Kühe auf grüner Wiese?

Glückliche Kühe auf grüner Wiese sind die Idealvorstellung des Verbrauchers, der beim Einkauf  auf Fleisch und Milchprodukte aus vermeintlich artgerechter Haltung achtet. Nur 5,1% (Jahr 2009) der in Deutschland gehaltenen Rinder sind „Bio-Tiere“, Bio-Milchkühe sind 2,9% der deutschen Milchkühe – sind wenigstens sie glücklich?

"Milchkühe" und "Mutterkuhhaltungen"

Die Haltung von Rindern der „Fleischrassen“, die man vereinzelt in „Mutterkuhhaltungen“ grasend auf einer Weide sieht, spielt zahlenmäßig in Deutschland nur eine sehr untergeordnete Rolle: die Rindfleischproduktion erfolgt überwiegend durch die Schlachtung ausgedienter Milchkühe und deren männlichen Nachkommen. Diese Tiere der Fleischrassen, die nicht als „Milchkühe“  genutzt werden, verbringen einen Teil des Jahres zusammen mit ihren Kälbern „auf der grünen Wiese“. Ist der Sommer vorbei, stehen auch sie in der Regel im Stall, ihre Kälber werden in einem Alter von ca. 9 Monaten geschlachtet.

Ein Drittel aller Biomilchkühe in Anbindehaltung

Milchkühen ist nicht einmal eine kurze Zeit zusammen mit ihren Kälbern vergönnt – „grüne Wiese“ ist Ausnahmezustand. Derzeit lebt etwa ein Drittel aller ökologisch gehaltenen Milchkühe in Anbindehaltung (Quelle: BÖLW - Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft). Am Hals fixiert haben diese Tiere keine Bewegungsmöglichkeit außer Stehen oder Liegen: immer in die gleiche Richtung. Ein kurzer Blick nach Bayern verschafft Aufklärung, dass selbst Bio-Kühe im schönen grünen Süden Deutschlands alles andere als ein „artgerechtes Leben“ führen. In 900 bayerischen Bio-Betrieben leben die Milchkühe in Anbindehaltung im Stall – und das ganz legal.

Dauerschwangerschaft und Kälbertrennung

Wie jedes Säugetier „gibt“ auch eine Bio-Kuh nur dann Milch, wenn sie ein Baby geboren hat. Die hübsche Vorstellung, dass der Mensch der Kuh nur die Milch nimmt, die „sowieso da ist und übrig bleibt“, ist pure Illusion. Auch Bio-Kühe werden für die Milchproduktion jährlich geschwängert und Bio-Kälbern wird die Trennung von ihren als Milchkühen gehaltenen Müttern kurz nach der Geburt zugemutet, während der Mensch die Milch trinkt, die für die Kälber bestimmt war. Sowohl für die Mutter als auch für ihren Nachwuchs bedeutet die Trennung eine ganz erhebliche psychische Belastung. Während die weiblichen Kälber zu neuen „Milchproduzentinnen“ heranwachsen, landen die männlichen Kälber nach kurzer Mast im Schlachthof.

Schmerzhafte Enthornung

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zeigt sich auch beim Thema „schmerzhafte Eingriffe“: in fast der Hälfte der Bioherden sind die Rinder enthornt (Quelle: BÖLW). Da dort Nerven enden, ist die Enthornung eine extrem schmerzhafte Prozedur für die Tiere. Der Grund für die Enthornung: in der Enge der Ställe steigt die Verletzungsgefahr. Auch die Tatsache, dass die Tiere keine natürliche Aufzucht erleben durften, kein Sozialverhalten lernen konnten und keine Herde bilden, erschwert das Zusammenleben der Kühe.

Nach 5 Jahren "Milchkuhdasein" verbraucht

Das Leben einer Bio-Kuh währt nicht länger als das der „konventionellen Milchkühe“ – nach etwa 5 Jahren sind auch sie so verbraucht, dass sie im Schlachthof landen. Auch die Bio-Milchkuh ist eine auf Hochleistung gezüchtete Kuh. Die Euter der auf maximale Milchleistung gezüchteten Kühe sind unnatürlich groß, so dass die heutige „Milch“kuh das Ergebnis einer Qualzucht ist, die es laut Tierschutzgesetz eigentlich gar nicht geben dürfte. Die überdimensionalen Euter bereiten Probleme, sind extrem empfindlich gegen Tritte und Stöße. Eindringende Erreger durch das ständige Melken sind Ursache schmerzhafter Euterentzündungen, die nicht selten zum frühzeitigen Tod führen.

 







Biokühe im Biostall:

Biokuh im Biostall



Biokuh im Biostall





Anbindehaltung von Bio-Kälbern
Anbindehaltung von Bio-Kälbern
(verboten, aber oft praktiziert)

Weitere Informationen, auch über gesundheitliche und ökologische Nachteile von Milch: www.ausgemolken.net


Drei Minuten Alltag von Biokühen im Video:



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